Einzigartig: das Arbeitszimmer, das der Künstler im Verlag St. Gertrude in Hamburg nutzte, wurde in die Architektur des Museums integriert und bietet einen authentischen Einblick in das Schaffen von Horst Janssen, ebenso die Druckpresse von Hartmut Frielinghaus, der die meisten Radierungen für Janssen gedruckt hat.

Das Horst-Janssen-Museum ist ein Haus, das sich der bildenden Kunst auf Papier verschrieben hat. Der große, norddeutsche Zeichner und Grafiker Horst Janssen (1929 – 1995), dem das Museum gewidmet ist, hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Meisterwerke auf Papier geschaffen. Die Bandbreite seiner Kunst ist beeindruckend: Von den anekdotischen Holzschnitten der späten 50er Jahre, über die faszinierenden Feinstrichzeichnungen, die ihm 1968 den Sonderpreis für Grafik auf der Biennale Venedig einbrachten, über technisch brillante Radierungen und Lithografien bis hin zu den späten, expressiven Aquarellen hat Janssen die grafische Kunst ausgelotet wie kein zweiter. Das Horst-Janssen-Museum zeigt in wechselnden Ausstellungen die schönsten Beispiele seiner manischen Selbstbildnisse, seiner hingebungsvoll gezeichneten Blumenstillleben, Porträts und erotisch aufgeladenen „Fleischzeichnungen“.

Horst Janssen wurde am 14.11.1929 im Hamburg geboren und wuchs in Oldenburg auf. Seine außerordentliche Begabung als Zeichner offenbarte sich schon während seiner Schulzeit. Bei Kriegsende, nach dem Tod der Mutter und der Großeltern, holte seine Tante den 16jährigen Janssen nach Hamburg. Er studierte and der Landeskunstschule am Lerchenfeld, wo Alfred Mahlau in als Meisterschüler förderte. Eine erfolgreiche künstlerische Laufbahn begann, die dem als Egomanen und Exzentriker Janssen bald Weltruhm einbringen sollte. In seinen späteren Lebensjahren hat sich Janssen an seine Kindheit in Oldenburg erinnert. 1992 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt. Er starb am 31.08. 1995 wurde auf eigenen Wunsch auf dem Getrudenkirchhof bestattet. Heute ist das Horst-Janssen-Museum Anlaufstelle für Bewunderer seines Werkes und Forschungseinrichtung für Kunsthistoriker und interessierte Kunstfans.

Die Zeichnung ist für die meisten Künstler Ausgangspunkt und Grundvoraussetzung ihres Schaffens. Dementsprechend werden im Horst-Janssen-Museum auch wichtige Positionen auf Papier des 20.Jahrhunderts vorgestellt. Zeichnungen von Egon Schiele, Aquarelle von Joseph Beuys oder Lithografien von Pablo Picasso wurden in Sonderausstellungen gezeigt und sind nur Beispiele für diese Aktivitäten. Aber auch das grafische Schaffen von deutschen Künstlern der Gegenwart findet in regelmäßigen Abständen ein Forum im Horst-Janssen-Museum. In der Vergangenheit waren Werke von Jörg Immendorff, Thomas Schütte und Sigmar Polke zu sehen.

Am Stadtmuseum 4 • 826121 Oldenburg
Tel. 0441-235-2891
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr
Internet: www.horst-janssen-museum.de/


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