Einzigartig: Im Industriemuseum Lauf steht die Verbindung von Lebens- und Arbeitswelt städtischer Arbeiter und Handwerker im Mittelpunkt. Seine Einzigartigkeit erhält es durch die dichte Atmosphäre und die detailreiche Präsentation in der Art eines Freilichtmuseums, die den Eindruck erweckt, als hätten die Bewohner und Arbeiter ihre Fabrikräume und Wohnungen gerade erst verlassen.
Die Lage am Fluss und die größtenteils original erhaltene Ausstattung machen den denkmalgeschützten Komplex zu einem industriegeschichtlichen Kulturdenkmal ersten Ranges in Bayern. Fernab der großen Hochöfen des Ruhrpotts sind hier die Auswirkungen des industriellen Fortschritts auf kleine und mittlere Betriebe und ihre Mitarbeiter zu sehen.
Das Industriemuseum Lauf ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie und vermittelt Geschichte auf unterhaltsame Weise.
Das Museumsareal ist gewachsener Bestandteil eines historischen Gewerbe- und Industrieviertels vor den Toren der Laufer Altstadt, das sich vom Mittelalter bis Anfang des 20. Jahrhunderts entlang der Pegnitz entwickelt hatte. Die Erbauungszeit der fünfzehn Gebäude reicht vom 16. bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts.
Den Besucher erwartet ein abwechslungsreicher Rundgang durch vier Themenbereiche.
Charakteristisches Merkmal der „Frühindustrie“ im Industriemuseum Lauf sind die stattlichen Wasserräder, welche die Maschinen im Inneren der Gebäude antreiben. Dazu gehören ein Eisenhammerwerk mit originaler Ausstattung, eine komplette Getreidemühle und eine kleine Anlage zur Stromerzeugung.
Die Abteilung „Handwerk und Gewerbe“ beherbergt in Städten ansässige und daher selten in Museen gezeigte Werkstätten und Ladeneinrichtungen aus der Zeit von etwa 1900 bis 1960: Flaschnerei, Schirm- und Hutwerkstatt, Frisörsalon und eine Drogerie, ein typisches Kind des Industriezeitalters.
Die Veränderungen im Bereich “Wohnen” während des 20. Jahrhunderts zeigen zwei komplette Wohnungseinrichtungen. Die beengten Verhältnisse der Arbeiter spiegelt eine Wohnung vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Als Kontrast zeigt eine Wohnung aus den 1950er/60er Jahren mit Kinderzimmer, Schlafzimmer, Küche und Wohnzimmer die veränderte Wohnwelt der Wirtschaftswunderzeit.
Breiten Raum nimmt im Industriemuseum Lauf die „Hochindustrie“ ein: Die Bedeutung der Dampfkraft für die Industrielle Revolution und das Fabriksystem illustriert eine beeindruckende Tandem-Dampfmaschine von 1902.
Den Höhepunkt des Museums bildet die Fabrik Dietz & Pfriem, welche die fabrikmäßige Metallverarbeitung veranschaulicht. Es handelt sich um eine vollständige, 1911 gegründete Fabrik, die Ventile für Benzin- und Dieselmotoren produzierte. Zum Maschinenpark gehören eine Gesenkschmiede mit mächtigen Spindelpressen und eine Fertigungshalle mit Drehbänken und Schleifmaschinen. Packerei und Versand, Meisterbüro und Lehrlingswerkstatt, Produkt- und Stahllager vervollständigen die Ausstattung. Ein Wasch- und Speiseraum nebst Ruheraum für die Arbeiter sowie Speisezimmer und Salon einer inszenierten Fabrikbesitzerwohnung sprechen die Sozialverhältnisse an.
Mitmachpfad und Wasserspielplatz runden das Angebot für die Familien ab. Nach Voranmeldung bietet das Museum Gruppenführungen für Erwachsene, auf Wunsch auch mit Vorführung an. Ein vielfältiges museumspädagogisches Angebot vermittelt Wissenswertes auf spielerische Art für Kindergeburtstage, Kindergärten und Schulklassen.
Sichartstraße 5-25 • 91207 Lauf an der Pegnitz
Tel. 09123-9903-0
Öffnungszeiten: April bis November: Mi-So 11-17 Uhr
Internet: www.industriemuseum-lauf.de
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