Die Sammlungen der Herzöge von Sachsen-Coburg auf der Veste Coburg beherbergen herausragende Bestände von Waffen, Kutschen, Gläsern, Gemälden und Skulpturen sowie eines der größten Kupferstichkabinette in Deutschland. Darunter befinden sich einzigartige Objekte, wie der Harnisch eines Hofzwerges, Leinenpanzer von Jagdhunden, die älteste komplett erhaltene Kutsche und der älteste vollständig erhaltene Eisengussofen um 1504).

Die Kunstsammlungen auf der Veste Coburg wurden von den Herzögen von Sachsen-Coburg über Jahrhunderte zusammengetragen, seit der Mitte des 19. Jahrhunderts systematisch auf der Veste Coburg konzentriert und öffentlich zugänglich gemacht. Eine der ersten Besucherinnen war 1842 Königin Victoria von England, die mit dem Coburger Prinzen Albert verheiratet war.

Die Veste wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von dem Berliner Architekten Bodo Ebhardt in einzigartiger Weise im Sinne der Burgenromantik umgestaltet und saniert.

Von den historischen Raumausstattungen sind die Große Hofstube (um 1504) mit dem ältesten komplett erhaltenen Eisengussofen zu nennen, sowie das Jagdintarsienzimmer, das schönste Beispiel eines vollständig mit Intarsienbildern, Bildschnitzerei und Wandvertäfelung ausgestatteten Raumes nördlich der Alpen.

Von besonderer Bedeutung sind die Waffensammlungen mit Rüstkammer und Prunkharnischen. Sehr selten sind die einfachen Belagerungs- und Verteidigungswaffen einer Burg, darunter ein einzigartiges Orgelgeschütz, das um 1600 angefertigt wurde und zum Arsenal der Veste gehörte.

Ein kleiner Harnisch aus der gleichen Zeit ist das einzige Exemplar einer für einen Hofzwergen geschlagenen Rüstung.

Neben der umfangreichen Sammlung kostbar verzierter Jagdwaffen sind auch Gebrauchsgegenstände der Jagd zu erwähnen. Nur auf der Veste Coburg zu sehen ist einer der seltenen Leinenpanzer für Jagdhunde aus dem 17. Jahrhundert.

Als weitere Sammlungsspezialität sind die Gläser, insbesondere die venezianischen Gläser vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zu erwähnen.

Unter den Gemälden und Skulpturen befindet sich eine Pietà, das Bildwerk einer trauernden Muttergottes mit dem toten Christus, wohl das älteste Beispiel dieses Bildtypus in der europäischen Kunst. Eine umfangreiche Sammlung von altdeutschen Gemälden kann mit zahlreichen Werken von Lukas Cranach d. Ä. aufwarten, auch das früheste bekannte Werk von Meister Mathis, genannt Grünewald, befindet sich auf der Veste.

Das Kupferstichkabinett, eines der größten in Deutschland, birgt Kostbarkeiten wie Zeichnungen und Graphik von Albrecht Dürer, Zeichnungen vom „Meister der Coburger Runde“ aus dem späten 15. Jahrhundert und den „Codex Coburgensis“, das früheste systematische Archäologiebuch mit Zeichnungen von antiken Bildwerken angefertigt in der Mitte des 16. Jahrhunderts in Rom.

Die Veste Coburg ist überdies eine einzigartige Luthergedenkstätte. Während des Augsburger Reichtages 1530 hielt sich der Reformator in einer reformationsgeschichtlich sehr wichtigen Phase auf der Veste auf, schrieb an zahlreichen Traktaten und arbeitete weiter an der Bibelübersetzung. Ein Glas aus dem Besitz der hl. Elisabeth von Thüringen, später Reliquienbehälter im Heiltumsschatz des sächsischen Kurfürsten, war später Luthers Besitz gelangt. Es stellt den Mittelpunkt der Präsentation in den authentischen Wohnräumen Luthers aus dieser Zeit dar.

Schauplatz – Europäisches Museum für Modernes Glas, Rödental
Europäisches Museum für Modernes Glas, Rödental
Einziges Museum für zeitgenössisches Glas in Deutschland

Veste Coburg • 96450 Coburg
Tel. 09561-8790
Öffnungszeiten: April bis Anfang Nov: tägl. 9.30-17 Uhr
Übrige Zeit: Di-So 13-16 Uhr
Internet: www.kunstsammlungen-coburg.de


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