Das Käthe Kollwitz Museum Köln beherbergt die weltweit größte und geschlossenste Kollwitz Sammlung. Der Bestand umfasst inzwischen – nach mehr als 25 Jahren engagierter Sammeltätigkeit – neben dem kompletten plastischen Werk an die 300 Zeichnungen und über 500 druckgraphische Blätter sowie alle Plakate der Künstlerin.

Das Museum

Im Jahr 1985 wurde am 22. April, dem 40. Todestag der Künstlerin, das erste Käthe Kollwitz Museum gegründet, einzigartig mit seiner heute weltweit umfangreichsten und geschlossensten Kollwitz-Sammlung. Träger ist die Kreissparkasse Köln, die bereits 1983 mit dem Erwerb eines Konvoluts von 60 Zeichnungen den Grundstock für diese Sammlung legte. Zunächst in den Räumen der Kreissparkasse am Neumarkt untergebracht, konnte es Anfang 1989 ein von dem Kölner Architekten Hans Schilling entworfenes Domizil im Obergeschoss der Neumarkt Passage beziehen. Hier ist auf 1.000 qm Ausstellungsfläche eine optimale Präsentation nach modernen konservatorischen Gesichtspunkten gewährleistet.

Die Sammlung

Der Bestand des Museums umfasst inzwischen – nach mehr als 25 Jahren engagierter Sammeltätigkeit – das vollständige plastische Werk, rund 300 Zeichnungen und über 500 druckgraphische Blätter einschließlich aller Plakate der Künstlerin.

Unter den Zeichnungen besitzt das Kölner Museum einige der ausdrucksvollsten Blätter – viele aus dem Spätwerk von Käthe Kollwitz, als sie sich vornehmlich mit dem Thema Tod befasste. Aus dem Frühwerk sind vier der wenigen erhaltenen Pastelle und Kohlezeichnungen, die sie für die satirische Zeitschrift „Simplicissimus“ anfertigte, in der Sammlung vertreten. Skizzenhafte Vorzeichnungen, die das Entstehen wichtiger druckgraphischer Blätter beleuchten, gehören ebenfalls zum Bestand. Im Bereich der Druckgraphik sind alle großen Folgen vorhanden: die frühen Zyklen „Ein Weberaufstand“ (1893-1898) und „Bauernkrieg“ (1902-1908), die Holzschnittfolgen „Krieg“ (1921-22), „Proletariat“ (1925) und die späte lithographierte Folge „Tod“ (1934-1937). Hinzu kommen singuläre Werke wie die letzte Lithographie „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ aus dem Jahr 1942, das Vermächtnis der Künstlerin gegen Soldatentod und Krieg. Auch konnte das Käthe Kollwitz Museum Köln äußerst seltene druckgraphische Blätter aus bedeutenden Privatsammlungen erwerben, darunter eine frühe Farblithographie: Das „Selbstbildnis en face“ von 1904. Es ist mit vier Farben gedruckt und als experimentelles Blatt ohne Auflage geblieben, weshalb es in diesem Zustand nur einmal existiert – ein Höhepunkt im Werk der Künstlerin. Raritäten der Sammlung sind die komplett vorhandenen Plakate, die die Künstlerin getreu ihrer Devise: „Ich will wirken in dieser Zeit“ vor allem in den 1920er Jahren gegen den Krieg und für soziale Gerechtigkeit, Humanität und Frieden geschaffen hat. Von den fünfzehn Bronzeplastiken sind fast alle in seltenen frühen Güssen im Museum zu sehen. Zusammen mit der Kopie des trauernden Elternpaares in der Kirchenruine St. Alban und dem Grabrelief Levy auf dem Jüdischen Friedhof in Bocklemünd ergibt sich so in Köln die einzigartige Möglichkeit, das bildhauerische Gesamtwerk der Künstlerin zu überblicken.

Die Forschung

Das Kölner Kollwitz Museum sieht seinen Auftrag auch darin, einen neuen Zugang zu ihrem Werk zu eröffnen und dessen hohen künstlerischen Gehalt zu verdeutlichen. So wurde mit der Ausstellung „Paris bezauberte mich…“ – Käthe Kollwitz und die französische Moderne in 2010 erstmals die experimentell geprägte, von Farbe dominierte druckgraphische Werkphase der Künstlerin und die Bedeutung der französischen Moderne für ihre Kunst aufgearbeitet.

Ein besonderes Augenmerk wird grundsätzlich auf die wissenschaftliche Erforschung und Dokumentation von Leben und Werk der Künstlerin gelegt. Grundlage hierfür sind eine gut ausgestattete Bibliothek, Photothek und ein Forschungsarchiv. Im Jahre 2002 erschien das umfangreiche zweibändige Werkverzeichnis der Druckgraphik. In Planung sind die Werkverzeichnisse der Plastiken und Zeichnungen aus der Hand der Künstlerin.

Sonderausstellungen

Neben der ständigen Präsentation seiner Sammlung hat das Museum seit 1985 rund 70 Sonderausstellungen gezeigt – darunter monographische Sonderausstellungen, die im Zusammenhang mit dem Werk von Käthe Kollwitz stehen ebenso wie Ausstellungen mit thematischem oder historischem Bezug und Präsentationen, die die künstlerischen Techniken in den Mittelpunkt stellen.

Im Rahmenprogramm – nicht nur der Sonderausstellungen – finden regelmäßig Lesungen, Konzerte und Fachtagungen statt. Ein umfassendes Besucherprogramm lädt Besucher aller Altersstufen ins Museum.

Neumarkt 18-24 • 50667 Köln
Tel. 0221 227 -2899/-2602
Öffnungszeiten: Di-Fr 10-18 Uhr / Sa-So+Ft 11-18 Uhr
Internet: www.kollwitz.de


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