Das Gebäude im Renaissance-Stil mit einer Prise Neugotik wurde von dem Berliner Architekt Carl Gérard entworfen. Karl Ernst Osthaus hatte ihn 1898 mit dem Bau eines naturwissenschaftlichen Museums beauftragt. Als im Jahr 1900 der Rohbau fertig gestellt war, lernte Osthaus den belgischen Jugendstilkünstler Henry van de Velde kennen. Dieser entwickelte die Innenausstattung des nun als „Folkwang Museum“ der zeitgenössischen bildenden Kunst gewidmete Haus, die bis heute,  teilweise liebevoll rekonstruiert, für eine besondere Atmosphäre sorgt.

Das Osthaus Museum im Kunstquartier Hagen bietet seinen Besuchern intensive Begegnungen mit künstlerischen Ausdrucksformen von der Klassischen Moderne bis hin zu zeitgenössischen Positionen. Im Jugendstil-Ambiente des historischen Folkwang-Baus von Henry van de Velde sind Werke des Spät-Impressionismus, des Expressionismus und der Klassischen Moderne, Arbeiten von Christian Rohlfs sowie Werke zeitgenössischer Kunst zu sehen. Zusätzliche Wechselausstellungen setzen immer neue Schwerpunkte. Die raumgreifende Installation „Die Architektur der Erinnerung” von Sigrid Sigurdsson thematisiert das Bewusstsein von Geschichte. Die museumspädagogische Abteilung „Junges Museum” bietet ein differenziertes Vermittlungsprogramm an.

Das Osthaus Museum Hagen verfügt über rund 1000 Werke der Malerei, knapp 800 Plastiken und Skulpturen sowie circa 250 Künstler-Objekte. Hinzu kommen über 5000 Arbeiten auf Papier, nahezu 700 Arbeiten Angewandter Kunst und über 100 Installationen zeitgenössischer Künstler. Eine gezielte Ankaufspolitik in den sechs Jahrzehnten seit der Museumsneugründung 1945, konstituiert die Abteilungen der Klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst im Osthaus Museum Hagen, die strukturell und konzeptionell einerseits Bezug nehmen auf die Folkwang-Sammlung von Karl Ernst Osthaus, andererseits jedoch mit ihren auserlesenen Einzelstücken ein eigenständiges Profil ausgeprägt haben, das diese Sammlung über Hagen hinaus bekannt gemacht hat. Seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde eine umfangreiche Sammlung internationaler, zeitgenössischer, nichtgegenständlicher Farbmalerei aufgebaut, aus der wechselnde Präsentationen zusammengestellt werden. Mit mehreren Sonderausstellungen im Jahr eröffnet das Osthaus Museum immer wieder neue Perspektiven.

Als Außenstelle fungiert die Jugendstil-Villa Hohenhof mit einer Ausstellung zum “Hagener Impuls”. Der Hohenhof in Hagen, den der belgische Künstler-Architekt Henry van de Velde als Wohnhaus für den Hagener Folkwang-Gründer Karl Ernst Osthaus und seine Familie baute, zählt zu den bedeutendsten architekturgeschichtlichen Gebäuden Europas kurz nach der Jahrhundertwende und ist eines der wenigen erhaltenen Beispiele für ein Gesamtkunstwerk. Von der Architektur bis hin zu Möbeln, Wanddekorationen und Bodenbelägen, Lampen, Stoffen und Geschirr, die für jeden der Räume individuell entwickelt wurden, gestaltete Henry van de Velde in Absprache mit dem Bauherrn Osthaus das Gebäude aus einem Guss. Dabei gestaltete sich die Einrichtung der repräsentativen Räume formal wie die Komposition eines Bildes: jedes Detail ist aufeinander abgestimmt, ohne das Wesen oder die Funktion des zu gestaltenden Objektes zu vernachlässigen. Die Villa Hohenhof am Stirnband 10 in Hagen-Eppenhausen ist samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Museumsplatz 1 (Hochstraße 73) • 58095 Hagen (Westfalen)
Tel. 02331-207-3129
Öffnungszeiten: Di-Mi, Fr 10-17 Uhr
Do 13-20 Uhr / Sa-So 11-18 Uhr
Internet: www.osthausmuseum.de


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