Einzigartig: Das Schmuckmuseum Pforzheim ist ein weltweit einzigartiges Museum das hochkarätigen Schmuck und die Geschichte der Schmuckkunst in einer solchen Bandbreite präsentiert: 5.000 Jahre, von der Ur- und Frühgeschichte bis heute.

Schmuckkunst aus fünf Jahrtausenden

Wie gelang es den Etruskern, Gold schon zu ihrer Zeit so kunstfertig zu Schmuck zu verarbeiten? Was brachte Pretiosen im Barock zu immer strahlenderem Funkeln? Was macht Schmuck der Moderne aus? Fragen wie diesen können Besucher im Schmuckmuseum Pforzheim nachgehen. Dort zeigen rund 2.000 Exponate Schmuckkunst aus fünf Jahrtausenden: von trojanischem Ohrschmuck über kunstvoll und fein gearbeitete Schmuckstücke der Etrusker, üppige Kleinodien aus dem Barock oder bedeutende Stücke aus dem Jugendstil bis zu einer renommierten Sammlung modernen Schmucks. Auch ethnografischer Schmuck ist zu sehen, ebenso die Taschenuhrensammlung des Pforzheimer Uhrenfabrikanten Philipp Weber, eine Leihgabe der Sparkasse Pforzheim Calw. Eine weitere Abteilung des Museums präsentiert die Geschichte der Pforzheimer Schmuckindustrie. Darüber hinaus beleuchten Sonderausstellungen immer wieder verschiedene Facetten des faszinierenden Themas Schmuck.

Das Reuchlinhaus, in dem sich das Museum befindet, ist zudem ein architektonisches Juwel. 1961 wurde es nach Entwürfen des Architekten Manfred Lehmbruck im »International Style« als städtisches Kulturzentrum errichtet. Es erinnert an die Baukunst von Ludwig Mies van der Rohe und zählt zu den Klassikern der Architekturmoderne.
Es ist das erste Projekt, bei dem Lehmbruck seine wissenschaftlichen Forschungen zu Museumsbauten in die Praxis umsetzte, und verhalf ihm zu seinem architektonischen Durchbruch. Der Architekt gestaltete jeden Baukörper in Bezug auf das, was darin präsentiert werden sollte: Das Gebäude des Heimatmuseums verkleidete er mit Sandstein aus dem Schwarzwald, die Außenhaut des Schmuckmuseums formte er aus Aluminium und Glas, die Ausstellungshalle des Kunstvereins erhielt eine Stahl-Glas-Konstruktion, die Stadtbücherei einen verglasten Betonbau. Herzstück des Reuchlinhauses ist die Eingangshalle. Von hier aus kann man den Blick in den umgebenden Stadtgarten schweifen lassen und Kultur und Natur miteinander in Verbindung bringen. Über die freitragende Stahl-Wendeltreppe gelangt man ins untere Foyer mit Vortragssaal, Galerie zum Hof und dem Hof selbst mit Wasserbecken und Kaskade. Im Lauf der Zeit änderte sich die Nutzung des Reuchlinhauses. In den 1980er Jahren wechselte das Heimatmuseum in eigene Räumlichkeiten, in den 90ern zog die Stadtbücherei aus. Seit März 2006, nach dem sensiblen Umbau dieser beiden Trakte des denkmalgeschützten Gebäudes durch das Architekturbüro HG Merz, kann das Schmuckmuseum Pforzheim seine hochkarätige Sammlung viel großzügiger präsentieren. Im »alten« Schmuckmuseum sind historische Stücke von der Antike bis zum Historismus sowie Ring- und Taschenuhrensammlung zu sehen. Die einstige Bücherei beherbergt Schmuckkunst des 20. und 21. Jahrhunderts, vom Jugendstil bis heute, sowie Raum für Sonderausstellungen. Im früheren Heimatmuseum finden die Besucher nun ethnografischen Schmuck aus der Sammlung Eva und Peter Herion.

Für Familien und junge Besucher gibt es den interaktiven Museumsführer »Schatzsuche mit Schmucki der Perlsau«, mit dem es sich auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Geschichte der Schmuckkunst gehen lässt – im Museum selbst oder gemütlich zuhause (Arnoldsche Verlagsanstalt, ISBN 978-3-89790-351-7, 19,80 €). Dabei werden die Leser von der Perlsau Schmucki mit ihrer feinen Spürnase begleitet. So lässt sich auf spielerische Weise erfahren, welche Bedeutung Schmuck als magisch wirkender Schutz, Statussymbol oder in Beziehung zu anderen Menschen hatte und noch heute hat. Einmal im Monat findet zudem eine Schatzsuche mit Schmucki als öffentliche Führung in Kooperation mit dem Figurentheater Raphael Mürle statt.
Außerdem gibt es das KinderSchmuckmuseum, eine lustig-bunte Holzkiste auf Rollen, in deren Innerem man viel entdecken kann. Ihre Schubladen und Klappen dürfen im Rahmen einer Führung geöffnet, der Schmuck herausgenommen und vor einem integrierten Spiegel anprobiert werden. Was sonst nur hinter Glas zu bewundern war, darf und soll hier aus der Nähe erkundet werden.

Kitagruppen oder Schulklassen können Angebote wie »Kitas auf Museumstour«, ein Projekt in Kooperation mit Kulturamt und Amt für Bildung und Sport sowie dem Verein Goldader Bildung, »Schmuckfieber« oder »Was hat Schmuck mit Physik zu tun?« in der Lernwerkstatt wahrnehmen. Sie sind breit gefächert und auf die verschiedenen Altersgruppen zugeschnitten. Hier können schon Vorschulkinder kreativ werden oder aber Jugendliche die physikalischen Grundlagen der Schmuckherstellung erforschen. Die Lernwerkstatt bietet Raum, das neu Erfahrene selbständig nachzubereiten.

Für Pädagogen gibt es Fortbildungskurse, um sich gegenseitig auszutauschen und neue Möglichkeiten zu erarbeiten, wie sich das Museum als außerschulischer Lernort im Unterricht einbinden lässt.

Jahnstraße 42 • 75173 Pforzheim
Tel. 07231-39-2126
Öffnungszeiten: Di-So+Ft 10-17 Uhr
Internet: www.schmuckmuseum.de


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