Einzigartig: In Süddeutschland einzigartiges Freilichtmuseum, wo Originale und Rekonstruktionen auf einem parkartige Gelände einen anschaulichen Eindruck vom Leben zur Römerzeit vermitteln. Tempel, Basilika und Thermen bieten ein Ensemble, das nördlich der Alpen seinesgleichen sucht.

Leben wie die Römer – der APC in Kempten

Der Archäologische Park Cambodunum (APC) in Kempten nimmt in der Museumslandschaft Deutschlands eine Sonderstellung ein. Um das römische Leben anschaulich zu machen, wurden einige Tempel über den noch vorhandenen Grundmauern als Vollrekonstruktion wieder aufgebaut und damit ein „begehbares Modell“ im Maßstab 1:1 geschaffen. Die Besucher bekommen einen Eindruck davon, welche Dimensionen und welche überraschenden architektonischen Details römische Sakralbauten aufwiesen.

In diesem parkähnlichen Freilichtmuseum an der Iller wird neben einer antiken Badeanlage (den Kleinen Thermen), und der Basilika des Forums, die Teilrekonstruktion eines gallorömischen Tempelbezirks gezeigt. Ein heiliges Areal, auf dem vor fast 2000 Jahren in einem großen Umgangstempel und in zahlreichen kleineren Tempelchen sowohl römische als auch gallorömische Gottheiten verehrt wurden; also römische Götter, die in keltischen Glaubensvorstellungen ein Pendant fanden und nicht selten einen keltischen Beinamen bekamen.
Eine innen wie außen offene Doppelhalle umschloss auf drei Seiten den Bereich, der heute wieder als Gebäudeensemble erlebbar ist.

Der APC ist besonders sehenswert, da weite Teile der römischen Grundrisse erkennbar sind und nicht modern überbaut wurden. Und eine weitere Tatsache trägt zur Bedeutung des einzigartigen Ortes bei: Kempten besitzt das älteste schriftliche Zeugnis einer „Stadt“ in Deutschland. Der griechische Geograf Strabon (63 v. Chr. bis ca. 23 n. Chr.) benennt die Stadt „Kambodounon“ als „Polis“ der Estionen , einem keltischer Volksstamm. Die Lage dieser vorrömischen Stadt ist bis heute nicht geklärt: Die ersten Siedlungsspuren der Römerstadt stammen aus der Zeit um 10 n. Chr.. Die Blüte der im Vergleich zu anderen Orten in der römischen Provinz Raetien sehr früh in Steingebäuden errichteten Römerstadt liegt im 1. Jahrhundert n. Chr., als hier wohl der römischer Provinzstatthalter seinen Palast und Amtssitz hatte.

Der APC ist mehr als ein „gewöhnliches“ Freilichtmuseum, denn hier bieten zahlreiche museumspädagogische Mitmachaktionen Einblicke in das Alltagsleben einer römischen Provinzhauptstadt. So zeigt das Projekt „Römische Mode“, wie Bürger zu damaliger Zeit gekleidet waren und wie zeitaufwändig diese Kleidung angelegt wurde. Erkenntnisse darüber, wie in dieser Zeit Getreide geerntet, gemahlen und zu Teig verarbeitet worden ist, vermittelt das Projekt „Brot-Zeit“. Dabei wird nicht nur das selber gemachte Brot in Nachbauten antiker Lehmbacköfen knusprig-rösch und köstlich duftend gebacken, sondern anschließend, nach einer Führung durch der archäologischen Park, auch mit verschiedenen Beilagen in einer gemütlichen Brotzeitrunde verzehrt.

Darüber hinaus gibt es Erlebnisangebote zu den Themen „Schreiben in der Antike“ und „Homo ludens“ (Spielen wie zur Römerzeit). In dem Projekt „Düfte der Antike“ können die Besucher Salben und Duftöle nach antiken Rezepten experimentell selbst herstellen. Ein Thema, das mehr als alle anderen die Sinne und die Phantasie anspricht, denn auch vor 2000 Jahren gab es schon eine „Wellnessbewegung“ deren Hauptelement die ausgeklügelte und bis in Details verfeinerte Badekultur war. Hautpflege und Wohlgerüche waren dabei ein wesentlicher Aspekt. In der Ausstellungshalle über den originalen Mauern der so genannten Kleinen Thermen des APC wird die Körperpflege und Badekultur vor 2000 Jahren anschaulich präsentiert.

Cambodunumweg 3 • 87437 Kempten
Tel. 0831-2525-369
Öffnungszeiten: 1. März bis 30. April : Di-So 10-16.30 Uhr
1. Mai – 31. Oktober: Di-So 10-17 Uhr
1. November bis 30. November: Di-So 10-16.30 Uhr
Internet: www.apc-kempten.de


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