Einzigartig: Das Mittelrhein-Museum ist allein durch seine häufigen Standortwechsel schon etwas ganz einzigartiges. Insgesamt 14 Mal hat die Städtische Kunstsammlung schon ihren Standort gewechselt. Gründe dafür waren unter anderem die zwei Weltkriege und notdürftige Übergangslösungen. Nun zieht das Museum ein weiteres Mal um und zwar in den neuen Kulturbau „Forum Confluentes“ auf dem Zentralplatz. Dieser Umzug wird nun schon seit Jahren geplant. Andere Museen schließen in solch einer Umzugsphase ihre Pforten, nicht so das Mittelrhein-Museum. Das Wissenschaftliche Team entschied sich für die bis dahin einzigartige Depotwerkschauenreihe. Eine Art große Inventur bevor es an den neuen Standort geht. Nur Exponate aus den eigenen Beständen wurden so seit 2008 bis 2012 gezeigt.

Parallel zu den Depot-Werkschauen wurden passend kleinere Kabinettausstellungen gezeigt. Das Einzigartige waren hier die Kuratoren, denn diese waren ohne Ausnahme Kunststudenten der Universität Koblenz oder die aktuellen Volontäre des Mittelrhein-Museums.

Nach der „Langen Nacht der Museen“ am 1. September 2012 heißt es dann endgültig einpacken und umziehen in den neuen Kulturbau.

Im neuen Haus erwarten die Besucher eine neue Dauerausstellung, sowie mehrere Sonderausstellungen. Und auch das Museumspädagogische Team steckt schon in den Vorbereitungen für Projekte und Aktionen. Im letzten Jahr nahmen das Mittelrhein-Museum und die 8.Klasse der Clemens Brentano Realschule in Koblenz beispielsweise am Wettbewerb „Kinder zum Olymp“ teil und kam sogar in die Endrunde.

Das Mittelrhein-Museum entstand aufgrund der Stiftung des Pfarrers, Kunstsammlers und Gelehrten Joseph Gregor Lang. Es öffnete 1835 als „Städtische Kunstsammlung“ seine Pforten und ist, zusammen mit dem Kölner Wallraf-Richartz-Museum und dem Frankfurter Städel, eines der ältesten bürgerlichen Museen Deutschlands. Die Sammlung des Mittelrhein-Museums hat eine gefestigte Position in der Kunst- und Museumslandschaft des Rheinlandes und in Rheinland-Pfalz, in Qualität und Bandbreite herausragend zwischen den Zentren Bonn und Köln im Norden, Trier im Westen und Mainz im Süden.

2005 beschloss der Rat der Stadt Koblenz, auf dem Zentralplatz einen neuen Kulturbau – und damit auch ein neues Mittelrhein–Museum – zu errichten. 2013 soll der neue Kulturbau fertig gestellt werden. Dem Mittelrhein-Museum steht also ein großer Umzug bevor und so entschieden sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter zu einer ganz besonderen Art der Ausstellungspräsentation, den so genannten Depotwerkschauen.

Seit 2008 haben die Besucher die Möglichkeit den Wissenschaftlern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen. Nahezu alle Exponate des Mittelrhein-Museums werden in diesen Depotwerkschauen zu sehen sein.
Thematisch wurden sie ergänzt durch Kabinettausstellungen im Gewölbekeller des Museums, wie der Ausstellung „Wir bauen eine Stadt – Deutsche Architekten in Ankara“, die international Beachtung gefunden hat. In der „Kleinen Galerie“ sind besonders die monographischen Ausstellungen zu Künstlern wie Ernst Töpfer, Lucia Schmidt oder Walter Küchenhoff zu nennen, die ganz bewusst von der Museumsleitung jungen Nachwuchswissenschaftlern in die Hände gelegt wurden.

Die letzte Depotwerkschau eröffnete am 11.11.2011 unter dem Titel „Die Blaue Stunde: Eine Farbe im Wandel der Zeit“, die noch bis zum 4.3.2012 zu sehen sein wird.
Während das Mittelrhein-Museum derzeit für seine Werkschauen ausschließlich auf Exponate aus den eigenen Depots zurückgreift, gibt es immer wieder Leihanfragen von international anerkannten Museen. Allein 2011 gab es Anfragen unter anderem von Museen wie dem Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid, dem Yale Center for British Art, New Haven Connecticut, dem Metropolitan Museum, New York und der Royal Academy in London. Das überregionale Interesse anderer Museen belegt die Qualität und Bandbreite der Städtischen Kunstsammlung.

Im Sommer 2012 wird es abschließend eine Ausstellung zum 200. Todestag von Kurfürst Clemens Wenzeslaus geben, der eng mit Koblenz und der Region verbunden ist. In der Langen Nacht der Museen im September 2012 gibt es zum Abschied nach fast 50 Jahren am alten Stendort eine große „Kehraus“-Veranstaltung, bevor es heißt, einpacken und umziehen in das Neue Mittelrhein-Museum auf den Zentralplatz.

Das Neue Mittelrhein- Museum wird mit seiner neuen Dauerausstellung auf rund 1800 m², einer Wechselausstellungsfläche im Untergeschoss, mit Grafischer Sammlung, Museumsbibliothek, Verwaltung und umfangreichen Depots eine deutliche Aufwertung erfahren – dies natürlich auf dem neusten Stand der Technik.

Florinsmarkt 15-17 • 56068 Koblenz
Tel. 0261-129250220
Öffnungszeiten: Di-Sa 10.30-17 Uhr
So+Ft 11-18 Uhr
Internet: www.mittelrhein-museum.de


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