Einzigartig: Schwarzwälder Uhren und Orchestrien. Mineralienstollen. Dokumentation zur Eisenbahn.

Das Schwarzwaldmuseum bietet Einblick in das Leben und Arbeiten im Schwarzwald. Die Sammlung umfasst historische Schwarzwalduhren aus 4 Jahrhunderten ebenso wie einzigartige selbstspielende Musikautomaten, bäuerliche Trachten, alte Handwerkstätten, einen Mineralienstollen und ein Groß-Diorama der Schwarzwaldbahn.

Im Schwarzwaldmuseum treffen Kultur und Tradition auf Technikbegeisterung. Die Besucher erleben hier Schwarzwald pur: Trachten, Handwerke und den Arbeitsalltag von Schnefler, Uhrenschildmaler und Co. Eine der größten Sammlungen Europas zeigt die Entwicklung mechanischer Musikinstrumente von der Flötenspieluhr über Drehorgeln bis hin zu Orchestrien.

Gewerbe

Die Ursprünge der späteren weltbekannten Schwarzwälder Uhren-, Holz- und Strohindustrie lagen bei kleinen Werkstätten, die seit dem 18. Jahrhundert meist auf dem Bauernhof entstanden. Vielfach war die Armut der Bauern der Antrieb für eine zusätzliche handwerkliche Betätigung und Verdienstmöglichkeit. Solche Werkstätten der Uhrmacher, Schnefler, Strohflechter und Feilenhauer wurden im Museum nachgebaut und vermitteln einen lebendigen Eindruck der damaligen Arbeitsweise.

Geschulte Fachkräfte aus der späteren Uhrenindustrie wurden dann auch bei dem Aufbau der SABA-Werke Villingen im Radiobau eingesetzt. Die Entwicklung der Radio-Technik kann an einer Sammlung der SABA-Werke im Museum verfolgt werden.

Bergbau

Der Schwarzwald war vom Mittelalter bis zur Neuzeit eines der bedeutendsten deutschen Bergbaugebiete. Besonders im südlichen und mittleren Teil dieses Grundgebirges wurden in zahlreichen Gruben Silber-, Kupfer-, Zink-, Blei- und Kobalterze gewonnen.

Um dem Besucher ein lebendiges Bild von der harten „Arbeit unter Tage” zu verschaffen, wurde im Museum ein naturgetreuer Bergwerksstollen nachgebaut, in dem man Bergknappen in Lebensgröße bei ihrem Geschäft vor Ort zusehen kann. Mit primitiven Werkzeugen versuchten sie dem Berg seine Schätze zu entreißen.

Einen Großteil der im Schwarzwald gewonnenen Mineralien kann man in den Vitrinen im Stollen bewundern. Faszinierend sind besonders ihre Farben, wenn sie im ultravioletten Licht aufleuchten.

Schwarzwaldbahn

Die Schwarzwaldbahn von Offenburg nach Konstanz verbindet die Oberrheinische Tiefebene mit dem Bodenseeraum und war für die wirtschaftliche Entwicklung des Mittleren Schwarzwaldes und vor allem für den Fremdenverkehr von großer Bedeutung. Sie wurde 1867 bis 1873 erbaut.

Das Diorama (Landschaftsmodell) der Schwarzwaldbahn im Museum mit laufenden Zügen zeigt den Streckenabschnitt von Niederwasser bis Sommerau.Teilweise liegen hier 3 Bahnstrecken übereinander. Auf dieser Strecke werden in Triberg im Sommer auch laufend Tunnelfahrten mit Aussichtswagen und fachkundiger Erklärung angeboten.

Trachten

Auch heute noch prägt die Begeisterung der Touristen für den Bollenhut der Gutacher Tracht das Bild des Schwarzwaldes. Im Schwarzwald und dessen Vorlanden entwickelte sich einst eine Vielzahl unterschiedlicher bäuerlicher Volkstrachten.

Beeinflusst durch Zeitgeist und Moderichtungen und geprägt durch die Landschaft sowie durch die Mentalität der Bewohner, durch Wohlstand und Armut und konfessionelle Bindungen treten die einzelnen Trachten im 18. Jahrhundert deutlich in Erscheinung. Bei anhaltender Fortentwicklung wurden sie bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in allen ländlichen Gebieten allgemein getragen, jedoch seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch modische Bekleidung fast völlig verdrängt.

Musikinstrumente

Der Schwarzwald hat sich mit dem Bau von Musikinstrumenten schon früh einen Namen gemacht und so kann man sich im Schwarzwald-Museum auch eine lebendige Vorstellung vom Erfindungsreichtum dieser Handwerker machen.

Musik aus Orchestrien des weltberühmten Schwarzwälder Orchestrionbaus erfüllt das ganze Haus. Eine Bauernkapelle mit beweglichen lebensgroßen Musikanten spielt muntere Weisen. Drehorgeln und selbstspielende Klaviere aus dem Schwarzwald sind zu bewundern.

Eine einmalige Attraktion bietet jedoch die Sammlung von über 100 mechanischen Musikinstrumenten, die der Kurt-Niemuth-Stiftung Berlin entstammen und mit Drehorgeln,Orchestrien, automatischen Klavieren und Plattenspieldosen vertreten sind. Als Musikinstrumente im weitesten Sinne kann man auch die Rundfunkgeräte der SABA-Werke bezeichnen, deren Entwicklung demonstriert wird.

Wintersport

Skilaufen und Rodeln, Bobfahren und Eiskunstlauf – vor dem Zweiten Weltkrieg war Triberg der einzige Ort im Schwarzwald, an dem alle vier Wintersportarten ausgeübt werden konnten. Dies trug erheblich zum Flair Tribergs als internationalem Kurort bei.

Die seit den sechziger Jahren nicht mehr schnee- und eissicheren Winter bedeuteten dann das Ende für Triberg als Wintersportplatz. In der Ausstellung sind Modelle alter und neuer Rennbobs, Rodelschlitten und Skiausrüstungen zu sehen.

Fastnacht

Älteste Nachweise für die Triberger Fasnet reichen bis ins Bauernkriegsjahr 1525 zurück. Nachdem die schwäbisch-alemannische Fastnacht lange Zeit als heidnisches Vorfrühlingsfest zur Austreibung des Winters gesehen wurde, gilt heute als belegt, dass die Ursprünge der Fastnacht in einem Schauspiel zu suchen sind, in dem die gottgefällige zur verkehrten Welt wird.

Wallfahrtstraße 4 • 78098 Triberg
Tel. 07722-4434
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober: tägl. 10-18 Uhr
November bis April: Mo geschlossen Di-So 10-17 Uhr
Internet: www.schwarzwaldmuseum.de


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