Einzigartig: Die Sixtina des Nordens
Betreten Sie eine Welt, die Sie vollkommen mit Malerei umschließt. Eine erhabene Sinfonie aus Farben wird Sie erfüllen und auf eine Reise in die Vergangenheit entführen.

Die Magie, die den Betrachter verzaubert, entsteht aus brillanten Farben, altmeisterlicher Virtuosität, einer überzeugenden Lichtinszenierung und architektonischen Hülle, die sich im Zusammenspiel aller Elemente letztlich zu einem beeindruckenden Bilddom verwandelt und somit den Betrachter in seinen unwiderstehlichen Bann zieht.

Ein Bilddom, den bereits über 2,5 Millionen Besucher betreten haben und der zu den spektakulärsten und umstrittensten Projekten jüngerer Kunstgeschichte gehört – das Panorama Museum Bad Frankenhausen mit dem Monumentalgemälde „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“ von Werner Tübke (1929-2004). Allein schon die Ausmaße des Gemäldes von 123 Metern Umfang und 14 Metern Höhe sind aufsehenerregend und lassen es zu einem unvergleichlichen Erlebnis werden. Handwerkliche Meisterschaft und geistige Komplexität jedoch haben dem Geniewerk des Malers Werner Tübke erst einen festen Platz in der Kunstgeschichte gesichert.

Aus dem Bedürfnis nach historischer Legitimation erwuchs die hohe Wertschätzung, die die DDR den Bauernaufständen des Spätmittelalters zuteil werden ließ. Und so wurde Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts der Beschluss gefasst, ein traditionelles Schlachtenpanorama zu errichten, das dem Deutschen Bauernkrieg und Thomas Müntzer gewidmet sein sollte. Doch mit der Auftragsübernahme 1976 durch den international bekannten Maler und Zeichner Werner Tübke wurde auf eine rein künstlerische Lösung orientiert. Kein Geschichtstempel mit didaktisch illustrativen Vorgaben, sondern „hochqualifizierte Malerei“ (Werner Tübke), erreicht durch absolute künstlerische Freiheit, war das Ziel des Künstlers.

Die materialtechnischen Voraussetzungen schuf man im eigens errichteten Panoramagebäude auf der Kuppe der Frankenhäuser Schlachtberges Anfang der 80er Jahre. Der Bildträger, eine aus einem einzigen Stück gewebte Leinwand mit den Ausmaßen von 14 Metern Höhe x 123 Metern Länge und einem Gewicht von 1,1 Tonnen, wurde im zukünftigen Bildsaal in 16 Metern Höhe an einer Stahlkonstruktion befestigt und am gleichgroßen unteren Stahlring mit Gewichten beschwert. Bevor die Malarbeiten einsetzten, wurde die freihängende Leinwand mit einer fünffachen Grundierung versehen. Für die malerische Ausführung des 1722 qm großen Ölgemäldes mit über 3.000 Einzelfiguren benötigte Werner Tübke im Stile alter Bauhüttengesinnung vier Jahre.

Entstanden ist ein epochales Gemälde des Umbruchs vom Spätmittelalter zur Neuzeit. „Die ganze, weitgespannte Widersprüchlichkeit einer krisenerfüllten Zeit gewinnt dabei in überzeugender Weise Gestalt. Denkbilder und Bewusstseinsinhalte werden vor Augen geführt, die das Lebensgefühl der Menschen an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit geprägt haben mögen: tiefe Religiosität, Aberglauben und furchtvolle Endzeiterwartung, mit der sich nicht zuletzt die vielfache Hoffnung auf eine ausgleichende Gerechtigkeit verband; daneben aber auch eine sich zunehmend entwickelnde bürgerlich-rationale, diesseitige Weltsicht. Humanismus, Reformation und Bauernkrieg, das Wirken Martin Luthers und Thomas Müntzers werden im gegenseitigen Aufeinanderbezug als Teile eines umfassenden Erneuerungsprozesses, einer grundlegenden Umwälzung in Kirche und Gesellschaft sinnlich erlebbar. Machtvoll aufbrechende Konflikte geraten dabei zum Bewährungsfeld geschichtlichen Handelns von Menschen, die notwendig ihrer Zeit und deren Möglichkeiten, aber auch Grenzen verhaftet bleiben. Aus einer schier unerschöpflich scheinenden, frei fabulierenden bildnerischen Phantasie heraus entfaltet sich so ein geschichtsträchtiges Weltbild von zeitlos-universalem Anspruch, das Grundfragen menschheitlicher Existenz berührt und im Ringen um die Bewahrung humanistischer Werte deren stete Gefährdung thematisiert.“ (G. Lindner)

Wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer figurativer Kunst von internationalem Rang ergänzen das Angebot.

Am Schlachtberg 9 • 06567 Bad Frankenhausen
Tel. 034671-62090
Öffnungszeiten: April bis Oktober: Di-So 10-18 Uhr
November bis März: Di-So 10-17 Uhr
Juli und August: Mo 13-18 Uhr Di-So 10-18 Uhr
Internet: www.panorama-museum.de


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